Ratgeber

Gartenteich anlegen – planen, bauen, pflegen

Damit ein Gartenteich lange hält und im Betrieb wartungsarm bleibt, müssen für Planung und Ausführung über die Erstbefüllung verschiedene Punkte beachtet werden. Ganz entscheidend ist der geplante Nutzungszweck. Je nachdem, ob ein Teich im Garten Naturbiotop, Fischteich oder Schwimmteich sein soll, werden unterschiedliche Anforderungen gestellt.

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Grundvarianten von Gartenteichen

Generell unterscheidet man drei verschiedene Grundvarianten von Gartenteichen, die Unterschiede in der Planung wie auch in der Ausführung aufweisen:

Naturparadies vor der Haustür – der Gartenteich als Biotop

Dieser Gartenteich soll als naturnahes Biotop angelegt werden und zu einem möglichst selbstlaufenden System werden. Für diese Teichform sollten möglichst heimische Gewächse verwendet werden, die gut an die Umgebung angepasst sind. Der Teich sollte so aufgebaut und angelegt werden, dass technisches Zubehör nicht oder so wenig wie möglich nötig ist.

Schwimmteiche – natürliche Badegelegenheit im Garten

Schwimm- und Badeteiche sind eine Kombination aus Wasserbiotop und Schwimmbereich. Die Pflanzen im Schwimmteich reinigen das Wasser und bringen es in Balance, eine Pumpe sorgt für die gezielte Steuerung der Wasserkreisläufe.

Ein Teich für den Koj

Kojs erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Wer die beeindruckenden Fische im eigenen Gartenteich halten will, muss bei der Teichanlage sorgsam vorgehen. Genügend Platz, eine ausreichende Tiefe und die richtige Wasserqualität müssen stets gewährleistet sein, damit die Tiere gedeihen.

Die Standortplanung

Im ersten Planungsschritt sollten stets Standort und Größe des Gartenteichs festgelegt werden. Hinsichtlich des richtigen Standorts kommt es auf folgende Punkte an:

  • Der Standort sollte vier bis sechs Sonnenstunden pro Tag bieten und nicht im Windschatten liegen.
  • Teiche dürfen nicht unter Bäumen angelegt werden, um übermäßige Verschmutzung zu vermeiden.
  • Biotope sollten möglichst ruhig gelegen sein.

Für die Pumpen- und Filtertechnik ist ein Stromanschluss erforderlich. Auch dies wird idealerweise bereits bei der Standortwahl mitberücksichtigt. 

Form und Größe

Form und Größe des Teiches werden zum einen vom Platzangebot, zum anderen vom Verwendungszweck vorgegeben. Generell gilt: Je größer ein Teich ist, umso leichter kann er sich selbst regulieren. Soll ein Teich für Fische angelegt werden, muss die Wassertiefe mindestens einen Meter, besser noch mehr betragen. Um die Wassermenge bei üblichen Teichtiefen zu bestimmen, kann folgende Faustregel angesetzt werden: pro m² Wasseroberfläche werden etwa 400 Liter Wasser benötigt.

Teichabdichtung

Damit ein Teich im Garten funktioniert, ist eine absolut undurchlässige Abdichtung gegen das Erdreich nötig. Damit das Wasser nicht versickert, können Teichfolien oder vorgefertigte Teichbecken eingesetzt werden. Ebenfalls möglich, wenn auch sehr aufwendig, ist eine Abdichtung mit Lehm. Teichbecken sind eine gute Alternative, wenn der Garten klein und das Platzangebot gering ist. Für größere Teiche und individuelle Formen eignet sich die Teichfolie. Erhältlich sind Folien aus PVC, PE oder Kautschuk (EPDM). Die Menge an Folie, die benötigt wird, lässt sich nach dem Teichaushub ermitteln. Besonders einfach lässt sich die Teichgröße mit einem Maßband vermessen.

Um die Teichfolie gegen Beschädigungen oder Durchwurzelung zu schützen, muss sie mit einem Sandbett oder besser noch zusätzlich mit Teichvlies unterlegt werden. Bei Schwimmteichen wird dieses Vlies, das aus dichtem und nicht verrottbarem Gewebe besteht, oft auch auf der Folie aufgebracht.

Die Zonen im Teich

Jeder Naturteich braucht verschiedene Zonen, um ins Gleichgewicht zu kommen. Man unterscheidet Sumpfzone, Flachwasserzone und Tiefwasserzonen. Damit kein Wasser abfließen kann, darf keine direkte Verbindung zwischen Erdreich und Pflanzen bzw. Wasseroberfläche bestehen, dies wird durch die Einplanung einer Kapillarsperre verhindert.

  • Die Sumpfzone hat eine Tiefe von 10 bis 20 cm und nimmt idealerweise etwa ein Drittel der Teichoberfläche ein.
  • Die Flachwasserzone hat eine Wassertiefe von 30 bis 50 cm.
  • Die Tiefwasserzone muss mindestens 80 cm, besser 100 bis 120 cm tief sein.

Die Kapillarsperre für den Teichrand kann zum Beispiel in Form eines Grabens, der um den Teich verläuft ausgebildet werden. Dieser Graben sollte etwa einen Spatenstich tief und genauso breit sein und wird mit Teichfolie ausgelegt. Der Graben wird anschließend mit Kies aufgefüllt. Ebenfalls möglich ist die Ausbildung mit Magerbeton, Betonplatten oder speziellen absperrenden Teichrandsystemen.

Teichtechnik – die Filteranlage

Je nach Teich sind verschiedene technische Komponenten erforderlich, um das System in der Balance zu halten. Filter, Pumpen und Vorklärgeräte sorgen dafür, dass Sauerstoff- und Nährstoffgehalt ideal sind. Neben der richtigen Dimensionierung der Filteranlage ist auch deren Standort entscheidend für beste Ergebnisse. Den Wassertransport übernehmen Pumpen, die verschmutztes Teichwasser zu und durch den Filter transportieren.

Filtersysteme

Man unterscheidet Druckfilter- und Durchlauffiltersysteme. Die Druckfilter werden meist neben dem Teich eingegraben und sind für kleinere bis mittelgroße Teiche geeignet. Drucklos arbeitende Durchlauffiltersysteme werden bei mittelgroßen bis großen oder bei Kojteichen eingesetzt. Sie stehen am Teichrand oberhalb des Wasserspiegels.

UVC-Vorklärgeräte

Ein weitere Komponente sind UVC-Vorklärgeräte. Sie werden vor den Filter geschaltet und erzeugen klares und algenfreies Wasser. Die Zahl der Erreger im Wasser lassen sich dadurch deutlich verringern.

Skimmer

Skimmer sorgen ebenfalls für klares Wasser vor allem an der Oberfläche. Sie saugen Blütenstaub, Laub und andere organische und anorganische Verunreinigungen auf und sorgen für unbelastetes Teichwasser. Der Nährstoffeintrag wird reduziert und damit auch der Algenbewuchs.

Die Erstbefüllung

Die Erstbefüllung des Teichs sollte möglichst mit Leitungswasser stattfinden. Regen- oder Brunnenwasser ist mineralien- beziehungsweise sauerstoffarm und deshalb nicht gut geeignet. Durch die Zugabe von Starterkulturen entsteht in kurzer Zeit ein natürliches Gleichgewicht. Sollen Fische in den Teich gesetzt werden, empfiehlt sich eine Wartezeit von vier bis sechs Wochen. Bis dahin hat sich das Leitungswasser ausbalanciert, wichtige Mikroorganismen sind angesiedelt und die eingesetzten Wasserpflanzen haben Fuß gefasst.