Ratgeber

Grundlagen der Gartenplanung

Im Garten ist es nicht anders als im Haus: Je genauer und sorgfältiger geplant wird, umso befriedigender und nachhaltiger ist das Ergebnis. Der Garten ist eine Erweiterung des Innenraums und kann je nach Größe und Vorstellungen der Bewohner viele verschiedene Funktionen erfüllen.

Gerwing Steinwerke GmbH

Am Anfang der Planung stehen deshalb immer verschiedene Vorüberlegungen, die der Fachbetrieb direkt mit dem Bauherrn treffen muss. Diese Vorüberlegungen dienen als Grundlage für einen ersten Planungsentwurf des neuen Gartens. Geplant werden sollte dabei so früh wie möglich, beim Neubau am besten im Vorentwurfsstadium. So können Garten und Haus ideal aufeinander abgestimmt werden und ergeben ein harmonisches Gesamt-Ensemble.

Vorüberlegungen zum neuen Garten

Damit eine tragfähige und umfassende Planung möglich wird, müssen vorab verschiedene Punkte überdacht und geklärt werden. Die Gartengestaltung ist zum einen von den Wünschen und Vorstellungen des Bauherrn abhängig, zum anderen aber auch von den örtlichen Gegebenheiten. Folgende Aspekte sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig:

  • Im ersten Schritt wird eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes erstellt und der Garten vermessen.
  • Welche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden? Dies betrifft zum Beispiel Beschattung, Lage (eben oder am Hang) und Bodenqualität.
  • Eine wichtige Überlegung betrifft den Gartenstil. Dafür müssen sich die Bauherren möglichst früh entscheiden, denn die gesamte Planung hängt davon ab.
  • Welche Gartenelemente wie Terrassen, Sitzplätze oder Wege sollen unbedingt in den Garten integriert werden, was davon macht Sinn, was nicht?
  • Wie wird der Garten abgegrenzt beziehungsweise vor Blicken geschützt?
  • Sind erweiterte Anbaumöglichkeiten für Gemüse wie Gewächshaus, Früh- oder Hochbeete geplant?

Bevor die genannten Punkte nicht geklärt sind, hat es wenig Sinn, einen Garten zu planen. Je genauer diese und weitere eventuell auftretende Fragen vorab abgearbeitet und geklärt werden, umso zuverlässiger lässt sich der Garten planen und ausführen.

Garten-Vermessung

Eine wichtige Grundlage der Gartenplanung stellt die Dokumentation und Analyse des Ist-Zustandes dar. Dies gilt für Neuanlagen ebenso wie für die Umgestaltung bereits vorhandener Gärten. Vermessen werden zum einen die Länge und Breite des Gartens, zum anderen fixe Punkte wie Bäume, Brunnen oder Wasserläufe. Am einfachsten lässt sich das Aufmaß über eine Hauptachse gestalten, den Nullpunkt bildet zum Beispiel die Hausecke oder eine sichtbare Grenze.

Neben der Vermessung des Gartengrundrisses kann auch eine vertikale Vermessung erforderlich sein. Dies immer dann, wenn der Garten am Hang liegt oder Höhenversprünge besitzt. Ganz einfach lässt sich eine Hangvermessung mit Hilfe von Dachlatten und Pfosten durchführen, auch hier wird wieder mit einem geeigneten Nullpunkt gearbeitet. Alternativ kann ein Nivelliergerät verwendet werden.

Eine Frage des Stils

Es gibt eine große Anzahl verschiedener Gartenstile, die durch bestimmte Gestaltungselemente charakterisiert werden. So lebt der mediterrane Garten von Gestaltungselementen aus hellen und warmen Natursteinen wie zum Beispiel Sand- oder Tuffstein. Durch entsprechende mediterrane Pflanzen wie Oleander oder Orangen- oder Zitronenbaum wird das Ambiente untermalt. Die wärmeliebenden Sträucher und Bäume müssen allerdings in Kübeln gehalten werden. Dazu ist eine Unterstellmöglichkeit für den Winter vorzusehen. Sehr beliebt ist auch der romantische Garten. Versteckte Winkel, üppige und duftende Blütenmeere sowie zarte Farben und verspielte Formen zeichnen diesen Gartentyp aus. Rosenbögen und Laubengänge sowie Statuen oder Wasserspiele erzeugen eine Atmosphäre von Harmonie und Ruhe und machen den Garten ideal zur Entspannung.

Weitere Stilvarianten sind zum Beispiel Bauern- und Naturgarten, englischer oder französischer Garten oder auch der italienische Garten. Zur Entscheidungshilfe für den Bauherrn bietet sich die Besichtigung vorhandener Gärten oder ein ausgiebiges Studium entsprechender Literatur an.

Gartengliederung

Für die Gliederung eines Gartens gibt es verschiedene Grundlagen, die soweit es die Standortbedingungen zulassen, mitberücksichtigt werden sollten. So bietet es sich an, Blumenbeete und Rabatten in der Nähe der Sitzplätze oder an den vorgesehenen Wegen anzulegen. Auch Rasenflächen können dichter am Haus eigeplant werden und können als Aufenthaltsort und Spielplatz für Kinder und Erwachsene dienen. Kräuterbeete werden möglichst dicht an der Küche platziert, allerdings nur dann, wenn dort ein weitgehend sonniger Standort vorhanden ist. Je nach Gartengröße kann ein Kompost im geschlossenen Behälter oder in offenen Mieten angelegt werden. Wird die zweite, für größere Gärten gut geeignete Variante gewählt, sollten die Mieten an einem geschützten, aber dennoch gut zugänglichen Ort im Garten gewählt werden. Gemüsebeet müssen weitgehend sonnig gelegen sein, allzu große Beschattung kann das Wachstum hemmen.

Gestaltungstipps

Das gewisse Etwas mit individueller Note erhält ein Garten zum Beispiel durch folgende Gestaltungstipps:

  • Der Garten sollte mit dem Haus eine Einheit bilden. Dies lässt sich durch eine zur Fassade passende Materialauswahl für Terrassen und Wege erreichen, auch eine bewachsene Fassade verschmilzt im Laufe der Zeit zunehmend mit der Umgebung und es entstehen fließende Übergänge.
  • Beete sollten so bepflanzt werden, dass sie das ganze Jahr über als Hingucker dienen. Dies wird zum Beispiel durch Sträucher mit farbigen Ästen oder besonders eindrucksvollen Wuchsformen erreicht.
  • Struktur und Perspektiven im Garten lassen ihn interessant und anziehend wirken. Ideal ist es, wenn ein Garten nicht auf einen Blick überschaut werden kann. Hecken, Rosenbögen oder Strauchinseln setzten Blickpunkte, unterbrechen Sichtachsen und schaffen grüne Räume.
  • Geschwungene Wege lassen den Garten organisch wirken. Allerdings sollte vor der Anlage von Wegen genau geprüft werden, ob der Verlauf auch den idealen Verkehrswegen entspricht.
  • Gehölze verleihen auch kleinen Gärten räumliche Tiefe und strukturieren die zur Verfügung stehende Fläche. Generell sollte vom Großen zum Kleinen geplant werden.
  • Bei der Auswahl der Sträucher und der Standorte muss das Größenwachstum mit berücksichtigt werden.
  • Verschiedene Höhen bilden wichtige Gestaltungselemente im Garten. Sehr reizvoll sind zum Beispiel gestaffelte Bepflanzungen in unterschiedlichen Farben.
  • Staudenbeete in Hanglagen lassen sich ideal mit Trockenmauern verbinden.
  • In langgestreckten Gärten bietet sich eine Unterteilung in unterschiedlich große Gartenräume an. Diese werden durch Hecken oder Rankgitter, aber auch durch schmale Pflasterstreifen im Rasen geschaffen. 

Bei der Auswahl der Gestaltung sollte vorab genau geprüft werden, was zum Grundstück, dem Haus und seinen Bewohnern passt.

Der Bepflanzungsplan

Erst die Pflanzen machen die Außenfläche zum Garten, ein schlüssiges und harmonisches Bepflanzungskonzept sorgt dafür, dass der Garten das ganze Jahr über attraktive Blickpunkte aufweist und ein harmonisches Ganzes bildet. Wichtiger Bestandteil des Bepflanzungsplans ist neben der optischen Wirkung auch die sinnvolle Anordnung gemäß der Standortbedingungen und der neuen Komponenten aus dem Gestaltungsentwurf. Dabei muss der Planer auch in die Zukunft denken. Denn was heute noch ein kleines Bäumchen ist, wird in einigen Jahren zum großen Beschattungselement. Der Bepflanzungsplan sollte deshalb im Zuge der Gartenplanung erstellt werden. Eventuell müssen dabei bereits geplante Bäume und Sträucher noch einmal umgesetzt und verschoben werden. Der Plan wird so lange bearbeitet, bis jede Pflanze den richtigen Ort mit den weitgehend idealen Bedingungen gefunden hat.

Ein exakter Bepflanzungsplan kann recht aufwendig werden. In ihm sind alle geplanten Pflanzen am geplanten Standort eingezeichnet und mit botanischem Namen benannt. Der Bepflanzungsplan wird im Maßstab 1:50 erstellt und bietet so Platz für genaue Angaben. Bei flächigen Bepflanzungen werden neben der Art auch Stückzahl und Pflanzabstand mit angegeben, dies gilt auch für flächig geplante Zwiebelpflanzen, die in der Regel ganz zum Schluss als Lückenfüller eingesetzt werden. Anhand des Bepflanzungsplans lässt sich die Pflanzenliste für den Einkauf erstellen.

Neue Konzepte für alte Gärten

Für Gärten im Bestand, denen mit einer Umgestaltung neuer Schwung oder ein neues Gesicht gegeben werden soll, gelten im Prinzip die gleichen Regeln. Immer sollte in diesem Fall darauf geachtet werden, welche Elemente eventuell bestehen bleiben und in die neue Gestaltung integriert werden können. Bevor es an die Planung geht, sollte hier genau die Intension geprüft werden. Warum soll der Garten verändert werden? Sind sich die Bauherren über ihre Absichten klar, kann der neue Garten genau nach den aktuellen Bedürfnissen und Wünschen geplant und ausgeführt werden. Mögliche Gründe sind zum Beispiel folgende:

  • Die Nutzungsansprüche haben sich verändert.
  • Der Garten ist in seiner Pflege zu anspruchsvoll und soll vereinfacht werden.
  • Im Laufe der Zeit sind Gartenelemente wie Wege oder Terrassen sanierungsbedürftig geworden.
  • Haus und Garten sind als Bestand gekauft und sollen nun nach Wunsch der neuen Bewohner umgestaltet werden.

Je nachdem wie umfangreich die Umgestaltung werden soll, muss unterschiedlich tiefgründig geplant werden. Für kleinere Korrekturen reicht unter Umständen eine Entwurfsplanung, soll der Garten komplett neu erdacht und erschaffen werden, empfiehlt sich eine Ausführungsplanung, in der alle neuen Komponenten wie auch die Abbrucharbeiten festgehalten sind. Ein Bepflanzungsplan erleichtert die Zusammenstellung der Einkaufsliste für die geplante Bepflanzung im neuen Garten.